Ratgeber & Tipps

Fußballtor verankern: So machen Sie es sicher und normgerecht

Jedes Jahr ereignen sich in Europa schwere Unfälle, weil Fußballtore umkippen. Kinder, die an Toren klettern oder dagegen lehnen, sind am stärksten gefährdet. Die gute Nachricht: Mit einer normgerechten Torverankerung lässt sich dieses Risiko auf null reduzieren. Dieser Ratgeber zeigt, welche Methoden es gibt und was die Norm DIN EN 748 vorschreibt.

Was schreibt die DIN EN 748 vor?

Die Norm DIN EN 748 ist die maßgebliche europäische Sicherheitsnorm für Fußballtore. Sie legt fest, dass alle Tore – ob stationär oder mobil – so gesichert werden müssen, dass sie einem Kippmoment von mindestens 1.700 Nm standhalten. Das entspricht in etwa dem Gewicht eines Kindes, das sich an der Querlatte hängt.

Wichtig: Die Norm gilt für die Nutzung des Tores, nicht nur für die Konstruktion. Das heißt: Auch ein normkonformes Tor wird zu einem Sicherheitsrisiko, wenn es nicht ordnungsgemäß verankert oder gesichert wird.

Methode 1: Bodenhülsenmontage (empfohlen)

Die sicherste und professionellste Methode ist die Bodenhülsenmontage. Dabei werden Stahlhülsen fest in den Boden einbetoniert; die Torpfosten werden in diese Hülsen eingesteckt. Vorteile:

  • Maximale Stabilität, kein Kipprisiko
  • Tor kann für Rasen- oder Platzsanierung einfach herausgezogen werden
  • Normkonform für stationäre Tore auf Natur- und Kunstrasenflächen

Tiefe der Bodenhülsen: mindestens 50–60 cm im Boden, je nach Bodenbeschaffenheit. Die Betonummantelung muss ausreichend dimensioniert sein.

Methode 2: Erdanker / Heringe

Erdanker (auch Bodenhaken oder Heringe) werden schräg in den Naturboden eingeschlagen und mit dem Torrahmen verbunden. Diese Methode ist günstiger als Bodenhülsen, aber weniger dauerhaft – auf weichem Boden können sich Anker lösen. Einsatz empfohlen für:

  • Temporäre Aufstellungen (Trainingsgelände, Mehrzweckplätze)
  • Naturboden ohne Drainage oder Betonunterbau
  • Mobile Kleinfeldtore

Mindestanforderung: 4 Erdanker pro Tor (je zwei an den Unterpfosten), Mindestlänge 40 cm, Einschlagwinkel 45°.

Methode 3: Gegengewichtssystem

Auf Kunstrasen oder Hartbelagflächen ohne Bohrung bieten sich Gegengewichtssysteme an. Dabei werden schwere Sandsäcke, Betonplatten oder spezielle Gewichtswannen auf den Rücklaufholm gelegt. Wichtig: Das Gegengewicht muss so dimensioniert sein, dass die Kippschwelle von 1.700 Nm sicher überschritten wird. Im Zweifelsfall Herstellerangaben prüfen oder einen Fachbetrieb beauftragen.

Was beim Aufbau häufig falsch gemacht wird

  • Tor aufgestellt, aber nicht gesichert – „geht schon gut“
  • Erdanker zu kurz oder schräg eingeschlagen
  • Gegengewichte entfernt, weil sie stören
  • Tore im Winter nicht gesichert (Frost lockert Erdanker)
  • Alte, rostige Anker werden nicht ausgetauscht

Regelmäßige Sicherheitsprüfung

Verankerungen müssen mindestens einmal pro Saison geprüft werden. Nach starken Unwettern oder nach dem Winter empfiehlt sich eine sofortige Kontrolle. Lose Schrauben, rostige Anker oder aufgeweichter Boden rund um die Bodenhülsen sind sofortige Handlungsgründe.

Alle Befestigungssysteme für unsere Tore finden Sie in der Kategorie Tor-Zubehör. Unser Team berät Sie gerne bei der Wahl der richtigen Verankerungsmethode für Ihren Untergrund.